Prozessaudits Automotive

posted am: 19 Juni 2017

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Die Autoindustrie entwickelt sich ständig weiter. Produktionsstätten werden auf dem ganzen Globus errichtet, die Zeit vom Konzept bis zur Fertigung wird auch immer kürzer und die gesamten Arbeitsabläufe in den Unternehmensbereichen parallelisieren sich. Herausfordernde Aufgaben sind dies alles. Unternehmensprozesse müssen, aufgrund des dauernden Wandels, ständig angepasst werden. 

Prozessaudits Automotive, wie sie zum Beispiel bei QMH Consulting GmbH Herr Thorsten Höppner gelehrt werden, sind hier eine hilfreiche Unterstützung. Ein Beispiel ist VDA 6.3. Dieser Standard wurde erstmals 1998 aufgelegt. Im Allgemeinen wird der Standard zur Ermittlung von Potentialen und Risiken herangezogen. Es können aber auch Lieferanten und Prozesse bewertet werden. Der Standard VDA 6.3 ist somit ein Instrument, welches Prozesszuverlässigkeit absichert. Wenn nun Abweichungen auftreten, können Maßnahmen zur Korrektur eingeleitet werden.  VDA 6.3 ist ein Standardwerk der Prozessaudits in der Automobilindustrie. Die Anzahl der VDA 6.3 Auditoren steigt ständig an. Interessant sind auch die Erweiterungen im Bereich Projektmanagement und die Potentialanalyse als eigene Prozesselemente. Mit der Potentialanalyse können Lieferanten ausgewählt werden. Es wird dazu ein Fragenkatalog herangezogen. Die Lieferanten können dadurch mit A, B oder C eingestuft werden. Ein C-Lieferant erreicht heute beispielsweise einen Gesamterfüllungsgrad von weniger als 80 %. Für die weiteren Abstufungen gibt es weitere Hürdenregeln. 

Inhaltlich besteht der Standard aus einem Fragenkatalog mit zu erfüllenden Mindestanforderungen, Schulungen und Lernkontrollen. Der Standard hat heute folgende Einsatzschwerpunkte: Anwendung im kompletten Produktlebenszyklus, Prozessbewertungen in der eigenen Organisation, Risiko- und Potentialermittlung in Prozessen und Prozessketten, Potentialanalyse und Bewertung von Lieferanten, bei Standardabweichungen, sowie zur Bewertung und Einstufung von Prozessen und ganzen Prozessketten.

Risikomanagement ist für ein Unternehmen sehr wichtig. Das Prozessaudit und insbesondere die Risikoanalyse sind hier eine effektive Unterstützung. Es werden dabei Prozesse mit hohem Risiko oder Optimierungspotential identifiziert und bewertet. An Nahtstellen können Risiken auftreten. Kunden und Lieferanten müssen diese Bereiche von Anfang an auf das Risiko untersuchen. Bei der Auditplanung wird festgelegt, in welchem Umfang dies zu erfolgen hat. Je nach identifizierten Risiken kann auch eine Anpassung stattfinden.

Bei Automobilbauern werden die Lieferanten durch Prozessaudits bewertet. Dies findet vor der Auftragsvergabe statt. Die Prozessaudits überwachen aber auch die Qualitätsfähigkeit der Lieferanten. Bei einem sehr großen deutschen Automobilhersteller wird das Auditverfahren beispielsweise mit der Formel-Q-Fähigkeit beschrieben. VDA 6.3 ist die Basis hierfür, allerdings ist der VDA-Fragenkatalog durch firmeneigene Fragen erweitert. Die Hürden für die Einstufung können auch deutlich strenger gewählt werden.  Der VDA-Standard ermöglicht eine einheitliche Vorgehensweise bei Prozessaudits in der Automobilindustrie. Die Lieferanten können dadurch auch selbst Audits durchführen, um die eigene Qualitätsfähigkeit einzuschätzen. Sie haben dadurch ein realitätsnahes Maß, ob sie die von dem jeweiligen Automobilhersteller geforderte Qualitätsfähigkeit einhalten können. Erforderliche Optimierungen können die Lieferanten dann schon von sich aus machen. 

Grundsätzlich sollen Audits in der gesamten Lieferkette nach bekannten und einheitlichen Maßstäben durchgeführt werden. Bei einem Automobilhersteller kommen meist alle Teilunternehmen zu einem Arbeitskreis zusammen, um ein einheitliches Auditverfahren zu definieren. Dies ist dann für den gesamten Automobilhersteller und seine Lieferanten verbindlich. Um die Auditoren zu schulen, werden meist dreitägige Schulungen durchgeführt. Lieferanten können übrigens auch Unterlieferanten haben. Auch diese werden auf die zu erfüllenden Produkt- und Prozessanforderungen überprüft.

Damit ein Auditergebnis aussagefähig ist, muss auf die Qualifikation der Auditoren geachtet werden. Diese müssen deshalb viel Erfahrung aus dem Herstellungsprozess, also Planung, Fertigung und Qualitätssicherung mitbringen. Auch die fachspezifische Qualifikation zum Auditor darf nicht fehlen. Mit diesem Artikel wird nun klar, dass die Qualität der Fahrzeuge und Teile weltweit sicherzustellen ist. Für den weiteren Erfolg ist dies sehr wichtig.

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